Quantum Valley Lower Saxony News
122-Millionen-Euro-Projekt: Niedersachsen erfolgreich in Quantum Computing Competition

122-Millionen-Euro-Projekt: Niedersachsen erfolgreich in Quantum Computing Competition

© Qudora Technologies GmbH

Konsortium unter Führung der niedersächsischen Ausgründung Qudora zur Vollantragstellung aufgefordert

Die niedersächsische Ausgründung aus dem Quantum Valley Lower Saxony, Qudora Technologies, hat mit ihrem Konsortium die nächste Stufe der Quantum Computing Competition des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) erreicht. Nach erfolgreicher Begutachtung der Projektskizze wurde das Konsortium zur Einreichung eines Vollantrags im Projekt NFQC-1k aufgefordert.

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung skalierbarer Quantencomputer auf Basis von Ionenfallen – einer Technologie, die in Niedersachsen über viele Jahre strategisch aufgebaut wurde. Für das nun zur Vollantragstellung eingeladene Projekt ist ein Gesamtvolumen von rund 122 Millionen Euro vorgesehen, das sich auf alle sieben Konsortialpartner verteilt. Die wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen wurden insbesondere an der Leibniz Universität Hannover (LUH), der Technischen Universität Braunschweig (TUBS) und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) entwickelt und im Quantum Valley Lower Saxony (QVLS) zusammengeführt.

Ein wichtiger Meilenstein war das 2021 gestartete Projekt QVLS-Q1 zum Aufbau eines 50-Qubit-Ionenfallen-Quantencomputers, das mit rund 25 Millionen Euro durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) und die VolkswagenStiftung gefördert wurde. Mit dem Anschlussprojekt BRIQ wurde die Weiterentwicklung der Technologieplattform fortgeführt. Damit wurde in Niedersachsen früh und langfristig in eine eigene Ionenfallen-Technologie investiert – von der Grundlagenforschung über die technologische Skalierung bis zum Transfer in die Wirtschaft.

Aus diesem Umfeld ist Qudora hervorgegangen. Das Unternehmen übernimmt heute die industrielle Führung des Konsortiums, dem neben den niedersächsischen Partnern auch das Forschungszentrum Jülich, NXP Semiconductors und AQT Deutschland GmbH angehören, ist in nationalen und europäischen Projekten aktiv und hat seine internationale Präsenz unter anderem mit einem Standort in Japan ausgebaut.

Die Quantum Computing Competition ist Teil der Hightech Agenda Deutschland. Quantencomputing zählt darin zu den strategischen Schlüsseltechnologien. Im internationalen Wettbewerb rücken neben der Leistungsfähigkeit einzelner Qubits insbesondere Skalierung, Fehlerkorrektur und industrielle Wertschöpfungsketten in den Fokus. Zu den relevanten Hardwareplattformen gehören Ionenfallen, neutrale Atome und supraleitende Quantenschaltkreise.
Die Einladung zur Vollantragstellung zeigt damit zugleich die Entwicklung des niedersächsischen Quantenökosystems: von langfristig geförderter Spitzenforschung über eigene Technologieplattformen und Ausgründungen bis zur industriellen und internationalen Skalierung.

Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur Falko Mohrs: 

„Es ist eine hervorragende Nachricht, dass das QLVS in der nächsten Runde der Quantum Computing Competition ist. Niedersachsen spielt in der ersten Liga der Quantentechnologie und gehört zu den führenden Standorten in Deutschland und Europa. Unser langfristiger Aufbau des Quantum Valley Lower Saxony zahlt sich aus. Mit QUDORA, unseren Universitäten, der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt und starken Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft haben wir beste Voraussetzungen, um bei der Entwicklung fehlerkorrigierter Quantencomputer eine zentrale Rolle zu übernehmen. Gemeinsam mit dem Bund wollen wir diesen Vorsprung nutzen, um Quantentechnologien schneller in die Anwendung zu bringen und damit technologische Innovation, Wertschöpfung und qualifizierte Arbeitsplätze in Niedersachsen zu schaffen.“

QUDORA Technologies

„Im internationalen Quantencomputing entscheidet sich jetzt, welche Technologien den Schritt von wissenschaftlicher Exzellenz zu industriell skalierbaren Systemen schaffen. QUDORA hat seine Ionenfallen-Technologie konsequent weiterentwickelt und sich in anspruchsvollen nationalen, europäischen und internationalen Projekten positioniert. Die Einladung zur Vollantragstellung ist für uns ein wichtiger nächster Schritt, um gemeinsam mit unseren Partnern zu zeigen, dass eine in Niedersachsen entwickelte Technologie im internationalen Deep-Tech-Wettbewerb bestehen kann.“

Prof. Dr. Volker Epping, Präsident der Leibniz Universität Hannover

„Quantencomputing zeigt beispielhaft, wie aus langfristiger Spitzenforschung technologische Innovation und Transfer entstehen.“

Prof. Dr. Angela Ittel, Präsidentin der Technischen Universität Braunschweig

„Gemeinsam mit unseren Partnern im QVLS ist es uns gelungen, Niedersachsen zu einem international herausragenden Quantencomputing-Standort auszubauen. Dafür haben unter anderem die Forschenden vom Nitride Technology Center (NTC) wichtige Grundlagen geschaffen. Jetzt sind wir exzellent aufgestellt, die nächsten Schritte bei der Skalierung des niedersächsischen Quantencomputers zu gehen.“

Prof. Dr. Cornelia Denz, Präsidentin der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt

„Skalierbare Quantencomputer brauchen höchste Präzision und reproduzierbare Technologien – genau hier bringt die PTB ihre besondere Kompetenz ein.“

Quantum Valley Lower Saxony

„Von der Spitzenforschung bis zur industriellen Skalierung: Dieser Erfolg macht die Stärke des niedersächsischen Quantenökosystems sichtbar.“